Archiv von 'März, 2012'

Bis an die Grenzen

Bis an die Grenzen. Chronik einer Migration

Bis an die GrenzenLeben auf der falschen Seite. Wie der Kameruner Fabien Didier Yene zum Fürsprecher der afrikanischen Migranten wurde.
Fabien Didier Yene kennt das Trauma afrikanischer Migranten aus eigener Erfahrung. Seine Odyssee von Kamerun nach Marokko hat er in einem Buch festgehalten; nun lebt er im marokkanischen Rabat und setzt sich dort für die Rechte anderer gestrandeter Migranten ein. (Quelle: NZZ-Online, 7. Dezember 2011.)

Fabien Didier Yene ist einer von denen, die in Marokko immer wieder gegen den Grenzzaun anlaufen oder auf unzulänglichen Booten versuchen, Europa zu erreichen. In der dritten Person erzählt er von seiner Reise nach Europa, die mit dem Untergang seines Dorfes in Kamerun beginnt und in Marokko (hier setzt er sich im Rahmen verschiedener Menschenrechtsorganisationen für die Rechte von MigrantInnen ein) zu einem vorläufigen Stillstand kommt. Dazwischen liegen Tschad, Nigeria, Niger, Libyen, Algerien und vor allem jene Erfahrungen unbeschreiblicher Brutalitäten von Exekutivorganen, Erpressungen durch Schlepper und windige Geschäftsleute, die ständige Angst, entdeckt oder ausgeraubt zu werden, das sukzessive Abhandenkommen aller Illusionen… (Quelle:südwind-buchwelt.at)

Fabien Didier Yene, geboren in der Ortschaft Ekombitié, Kamerun. Schulabschluss mit Matura in der Hauptstadt Yaoundé. Nach seiner Auswanderung, die ihn durch zahlreiche afrikanische Länder geführt hat, lebt er heute in Marokko, wo er im März 2008 zum Obmann der Kameruner Emigranten-Gemeinschaft gewählt wurde und sich im Rahmen verschiedener Menschenrechts-Organisationen, darunter das Netzwerk Euro-afrikanisches Manifest, für die Rechte von MigrantInnen und das Recht auf Bewegungsfreiheit einsetzt. „Bis an die Grenzen“ ist sein erstes Buch, es erschien 2010 in Frankreich unter dem Titel „Migrant au pied du mur“.
Im Februar 2008 lernte Dieter Behr vom EBF den Autor beim marokkanischen Sozialforum in Rabat kennen.

Gemeinsam entstand die Idee, Fabiens Buch auch dem deutschsprachigen Publikum zugänglich zu machen. Nach den vielen journalistischen Berichten, die während der letzten Jahre über die Festung Europa erschienen sind, behandelt „Bis an die Grenzen“ das Thema aus der Sicht eines Protagonisten der Migration. Die deutsche Übersetzung übernahm Beatriz Graf vom EBF. In Romanform erzählt Fabien Didier Yene die Geschichte seiner Migration durch Westafrika in den Norden bis an die Grenzen der spanischen Exklaven Ceuta und Melilla. Es ist eine Geschichte von Grenzregimen und rassistischer Gewalt, aber ebenso von realisierbaren Träumen und der dazu notwendigen Solidarität. (Quelle: civic-forum)

ISBN 978-3-85435-668-4
Edition Niemandsland

Die käufliche Schweiz

Die käufliche Schweiz

Die käuflliche SchweizFür die Rückeroberung der Demokratie durch ihre Bürger.

In einer Studie der Universität Zürich 2011 über die Demokratiequalität landet die Schweiz auf dem 14. Platz. Was ist geschehen? In der Eidgenossenschaft, einem Hort bürgerlicher Souveränität, verlieren Volk und Politiker zunehmend den Glauben an die vielgerühmte direkte Demokratie. Urschweizerische Werte wie die Teilhabe an der Politik scheinen ausgedient zu haben.

Viktor Parma und Oswald Sigg, die den Politbetrieb bestens kennen, benennen Ursachen und Folgen. In ihrer Streitschrift machen sie deutlich, wie die Demokratie und ihre Institutionen reformiert werden müssen, um vielleicht sogar für Europa zum Vorbild zu werden. Mitunter provokant kämpfen sie im Wahljahr 2011 für eine Errungenschaft, die wir schon zu lange für selbstverständlich halten.

Flexibler Einband, 208 Seiten / mit Abbildung
Preis: 17.90 € (D) / 25.90 sFR (CH) / 18.40 € (A)
ISBN 978-3-312-00484-3
Verlag: Nagel & Kimche

Autoren:
Viktor Parma: Seit 1981 akkredierter Bundeshausjournalist.
Oswald Sigg: Arbeitete bei der SDA und der SRG und in der Bundesverwaltung, war Sprecher des Bundesrats und bis zur Pensionierung Vizekanzler der Eidgenossenschaft.

Schluss mit dem Wachstumswahn

Schluss mit dem Wachstumswahn

Schluss mit dem Wachstumswahn Plädoyer für eine Umkehr.
Von Urs P. Gasche / Hanspeter Guggenbühl
2010 / Rüegger / 134 S. / Kartoniert
ISBN 978-3-7253-0965-8

Die beiden Autoren zeigen bereits seit einigen Jahren in verschiedenen Publikationen immer wieder , dass Wachstum die Probleme nicht löst, die es vorgibt zu lösen – im Gegenteil, es verschärft manche Probleme.
Die Lage wird immer ernster: Die Finanzblase ist geplatzt. Die zuvor mit Schulden aufgeblähte Konjunktur ist eingebrochen.

Doch statt die Probleme zu lösen, warten Regierungen und Unternehmen erneut auf Wachstum und trösten, alle Probleme würden gelöst, wenn die Wirtschaft wieder wächst. Diesmal nehmen Regierungen und Parlamente noch krassere marktwirtschaftliche und ordnungspolitische Sündenfälle in Kauf. Damit spitzt sich die Lage zu: Wird die Wachstumspolitik mit zusätzlichen Schulden fortgesetzt, droht ein Kollaps des Kapitalmarkts. Wird das Wachstum dagegen mit Sparprogrammen und Schuldenrückzahlungen gestoppt, drängt sich endgültig eine neue Strategie auf, um ohne Wachstum möglichst wenig Arbeitslose zu schaffen und die Renten zu sichern. Dafür plädiert diese Schrift.

Wie Reiche denken und lenken

„WIE REICHE DENKEN UND LENKEN.“

Wie Reiche denken und lenkenEine neu erschienene Studie der Universität Basel vermittelt aktuelle Antworten und interessante Einblicke zu den in der Schweiz wohnenden Reichen. Verfasst wurde die Studie von Ueli Mäder, Sarah Schilliger und Ganga Jey Aratnam vom Institut für Soziologie. Die Ergebnisse der Studie werden im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung vorgestellt.

Rotpunktverlag, Zürich
Sprache: deutsch (de) | Jahr: 2010
ISBN-13: 978-3-85869-428-7 | ISBN-10: 3-85869-428-2
Kartoniert, Paperback |CHF 34.20

Praxis der Aktivierung

PRAXIS DER AKTIVIERUNG

Praxis der AktivierungArbeitsintegrationsprogramme haben zum Ziel, Stellensuchende bei der Verbesserung ihrer Arbeitsmarktchancen zu unterstützen. Bei der vergleichenden Untersuchung solcher Programme zeigt sich allerdings, dass von den verschiedenen Progammanbietern dieses Ziel auf höchst unterschiedlichen Wegen zu erreichen versucht wird.

Einige nehmen gegenüber den Stellensuchenden eine bevormundende, disziplinierende oder gar diffamierende Haltung ein. Sie unterstellen diesen, letztlich durch eigenes Verschulden arbeitslos zu sein. Andere wiederum versuchen, den Stellensuchenden handfeste Qualifizierungs- und Umschulungschancen zu bieten, stossen hierbei aber an rechtliche Grenzen. Der Vortrag beleucht die unterschiedlichen Haltungen, die in Arbeitsintegrationsprogrammen gegenüber den Stellensuchenden eingenommen werden.

*Zur Person: Dr. Peter Schallberger, Soziologe und Volkswirtschaftler, ist seit 2006 Forschungsprofessor am Institut für Soziale Arbeit der FHS St. Gallen, Hochschule für Angewandte Wissenschaften. Zuvor war er während neun Jahren am Institut für Soziologie der Universität Bern tätig. Einer seiner Forschungsschwerpunkte ist die professionelle Praxis in der Sozialen Arbeit.

Zur Webseite von Dr. Peter Schallberger: Peter Schallberger

Partizipation, Arbeiterinnenkontrolle und die Kommune

PARTIZIPATION, ARBEITER/INNENKONTROLLE…

Partizipation, Arbeiterkontrolle und die Commune Neues Buch von Dario Azzellini.
Wie wird Partizipation in Venezuela verstanden und umgesetzt? Wie erfolgreich sind die Anstrengungen, und können sie ein Modell für internationale sozialistische Alternativen sein?

Mehr, siehe: Dario Azzellini

Rohstoff

Rohstoff

Rohstoff - das gefährlichste Geschäft der WeltDas gefährlichste Geschäft der Welt.

Mit diesem brisanten Buch durchleuchtet die Erklärung von Bern (EvB) erstmals die Rolle von Schweizer Unternehmen im boomenden Rohstoff-Business und die globale Bedeutung der Rohstoffdrehscheibe Schweiz. Das faktenreiche Referenzwerk berichtet über die Hintergründe und Opfer, erklärt die Funktionsweise des Rohstoffhandels und die Konflikte in den Herkunftsländern, zeigt Alternativen und stellt Forderungen. Diese exklusiv recherchierte Darstellung eines wirtschaftspolitischen Schlüsselthemas des 21. Jahrhunderts aus Schweizer Perspektive wird zu reden geben.

Herausgeber: Erklärung von Bern
Gebunden, 440 Seiten, 15.5 x 22 cm
Zahlreiche vierfarbige Fotos und Illustrationen, € 24.90 / CHF 34.80
ISBN 978-3-905801-50-7

Bilal

BILAL

Bilal - Als Illegaler auf dem Weg nach EuropaBilal ist ein Illegaler, unterwegs auf einer der berüchtigtsten Transitrouten von Afrika nach Europa. Bilal ist Fabrizio Gatti, der renommierte italienische Journalist, der sich unter diesem Namen als Migrant unter die anderen gemischt hat, um zu erleben, was sie erleben, und davon zu erzählen.

Von Dakar zieht er mit dem Flüchtlingsstrom bis in die Sahara; auf klapprigen Lastwagen durchqueren sie unter unvorstellbaren Entbehrungen die Wüste. Immer wieder werden sie überfallen. Schlepper und korrupte Polizisten wechseln sich darin ab, den Flüchtlingen ihre letzte Habe zu nehmen: Der moderne Menschenhandel entlang der neuen grossen Trecks ist auch ein brutales, hochprofitables Geschäft. Viele stranden, manche Spur verliert sich für immer. Die es schaffen, die mit letzten Mitteln die Grenzen passieren, die gefährliche Überfahrt in viel zu vollen Booten übers Meer überleben, erwarten Auffanglager und brutale Abschiebung.

Doch sie werden wiederkommen, solange sich das Elend in ihren Heimat­ländern nicht ändert. Die moderne Odyssee der neuen Arbeitssklaven hat gerade erst begonnen. Fabrizio Gatti ist, als Augenzeuge und Schriftsteller, ihr Chronist geworden.
Autorenportrait von: Fabrizio Gatti, Journalist beim »Corriere della Sera«, jetzt Chefreporter des »Espresso«, hat unter falschem Namen bereits als illegaler Erntehelfer, in Obdach losenquartieren, einer Strafanstalt sowie im Mafia- und Drogenmilieu gelebt und recherchiert. Dreimal wurde er während seiner Reportagen inhaftiert. 2007 erhielt Gatti den Europäischen Journalistenpreis.

Fabrizio Gatti: Bilal. Als Illegaler auf dem Weg nach Europa.
Übersetzt aus dem Italienischen von Friederike Hausmann und Rita Seuss.
Verlag Antje Kunstmann, München 2009 / 457 Seiten
ISBN-13: 9783888975875

Strukturierte Verantwortlungslosigkeit

STRUKTURIERTE VERANTWORTUNGSLOSIGKEIT

Strukturierte Verantwortungslosigkeit Berichte aus der Bankenwelt:
Herausgegeben von Claudia Honegger, Sighard Neckel und Chantal Magnin.
Mit einem Text von Elfriede Jelinek.

Zur Finanzkrise sind schon viele Publikationen erschienen, sie lassen den zeitweiligen Zusammenbruch der Geldmärkte 2008/2009 jedoch meist als anonymes Geschehen abrollen. Diese Studie befasst sich hingegen mit den handelnden Personen selbst: Wie deuten Banker und Bankerinnen die Finanzkrise? Wie ist es dazu gekommen? Fühlen sie sich verantwortlich für das Debakel?

Claudia Honegger, Sighard Neckel und Chantal Magnin sind mit ihren Forschungsteams in den verschwiegenen Kosmos der Banken eingedrungen und haben mit Finanzfachleuten in Frankfurt am Main, Wien und in der Schweiz gesprochen. Die daraus entstandenen soziologischen Porträts zeichnen ein eindrückliches Panorama der Bankenwelt, ihrer Praktiken und Denkstile. Thematische Essays und Feldbeschreibungen schärfen den analytischen Blick auf eine ökonomische Machtsphäre, in der niemand für die Krise Verantwortung übernehmen mag. Und selbst wenn dies jemand tun wollte, wäre fraglich, ob es angesichts der strukturierten Verantwortungslosigkeit im Finanzwesen überhaupt möglich wäre.

Erschienen: 24.05.2010
edition suhrkamp 2607, Broschur, 399 Seiten
ISBN: 978-3-518-12607-3